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Studie: Dramatische Zunahme des Terror 2014 - nicht-westliche Staaten tragen die Hauptlast

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Krieg gegen den Terror ist gescheitert - Hauptbetroffene sind Herkunftsländer der Flüchtlinge

Bild: Shawn Allen

Das Institute für Economis and Peace in London hat soeben alarmierende Zahlen vorgelegt. Demnach hat die Anzahl der direkt durch Terrorakte getöteten Personen im Jahr 2014 im Vergleich zu 2013 um 80% zugenommen und erreichte ein Rekordhoch von 32658. Seit 2000 hat sich die Anzahl der Todesopfer sogar verneunfacht. 51% der Todesopfer wurden dabei nach den Auswertungen des Institutes durch den islamischen Staat und die mit ihm verbundene Boko-Haram-Bewegung in Nigeria verursacht.

 

Hauptbetroffene waren Syrien, Irak, Afghanistan, Nigeria und Pakistan. Der prozentuale Anteil der Todesopfer in Ländern der westlichen Staatengemeinschaft ging demgegenüber 2014 gegen Null.

 

Es ergeben sich hieraus folgende Beobachtungen:

 

  • Der sogenannte Krieg gegen den Terror ist begleitet worden durch eine explosionsartige Zunahme des Terrors. Der Krieg gegen den Terror ist gescheitert.

     

  • Der islamische Staat (ISIS) entstand erst nach dem Sturz des libyschen Diktators Gaddafi durch westliche Bombenangriffe und infolge des durch die westliche Staatengemeinschaft mit ins Leben gerufenen bewaffneten Kampfes gegen Syriens Machthaber Assad. Mehr als die Hälfte der Todesopfer sind jedoch dieser Bewegung zuzurechnen, wobei aus dem destabilisierten Libyen Waffen bis hin zur Boko-Haram in Nigeria geliefert werden. Die westlichen Staaten haben durch ihre fehlgeleitete Politik den Terror mit geschaffen.

     

  • Die Länder, in denen der Terror auf täglicher Basis wütet, sind die Länder, aus denen Menschen fliehen und denen die westlichen Staaten gegenüber mit Abschottung reagiert. Nun nach den Terroranschlägen von Paris werden erneut Stimmen lautet, die Opfer zu Tätern machen und durch eine noch restriktivere Asylpolitik das Werk der Terroristen – die Abschaffung der zwischenmenschlichen Solidarität und die Teilung der Welt in gut und böse - vollenden wollen.

     

  • Die Folgen des Terrors werden bisher weitgehend auf Staaten außerhalb der westlichen Staatengemeinschaft verlagert, wobei die Betroffenheit für die dortigen Opfer begrenzt bleibt. Demgegenüber werden die Toten von Paris als ein einzigartiger Angriff auf die gesamte Menschheit gesehen, während die Toten in Syrien, Afghanistan, Irak, Nigeria, Pakistan, aber auch im Libanon und in Libyen, keine auch nur annähernd vergleichbare öffentlichen Anteilnahme und Empörung erhalten.

     

  • In den Totenzahlen sind die tausenden Todesfälle aufgrund durch den Westen unterstützter saudischer Bombenangriffe im Jemen, die dort Zivilisten in großer Anzahl treffen, nicht enthalten. Nicht enthalten sind ebenfalls die Toten aufgrund des US-Einsatzes von Drohnen, die zu hohen Opfern unter Zivilbevölkerung führen. Ebenso wenig enthalten sind die Opfer der Bombardierungen durch das syrische Regime und die direkt bei Kampfhandlungen in Syrien, Irak, Libyen, Jemen und anderen Ländern getöteten Personen.

 

Anstatt auf ein „Weiter so“ und verstärkte Abschottung zu setzen, sollte die westliche Staatengemeinschaft umkehren und ihre Politik der militärischen Eskalation und Befeuerung von Bürgerkriegen sofort beenden. Diese Politik hat den Terror geschaffen und verhilft dem Terror tagtäglich zu neuen Rekruten. Die betroffenen Staaten und Gesellschaften im Nahen Osten und in Afrika werden Terror nur besiegen können, wenn die westliche Staatengemeinschaft sofort anfhört, diese Gesellchaften durch die Unterstützung von Kriegen und Bürgerkriegen weiter zu schwächen und damit ihre Anfälligkeit für Terror zu erhöhen. Dies betrifft aktuell insbesondere Syrien und den Jemen.

 

Es ist Zeit, zu universalen Maßstäben der Menschlichkeit zurückzukehren und die eigene Selbstgerechtigkeit zu überwinden. Westliches Leben ist nicht wertvoller und nicht-westliches Leben ist nicht minderwertig, Anteilnahme und  Solidarität dürfen nicht länger auf die westlichen Opfer beschränkt werden und die menschenverachtende Politik, die auf Abschottung setzt, während sie Opfer in anderen Ländenr hinnimmt oder gar erzeugt, muss sofort beendet werden.

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