Hauptseite > Meldung, komplett

Terorranschläge in Istanbul und Paris: Gaddafis Prophezeiung wird Wirklichkeit

(Kommentare: 1)

Gaddafi sah den Terror voraus (Bild: thierry ehrmann)

Eine Organisation hat verdeckte Zellen in Nord-Afrika aufgebaut, es ist die al-Qaida Nord-Afrikas. … Diese verdeckten Zellen in Libyen sind ähnlich zu den Zellen in Amerika vor September 2011 … Es ist eine Dschihad-Situation … Man kann sich mit ihnen nicht rational auseinandersetzen. Sie wiederholen Sprüche, wie Mohammed ist der Prophet. Ähnlich wie Bin Laden. Sie machen für ihn den Weg in Nord-Afrika frei. … Sie wollen das Mittelmeer kontrollieren und dann werden sie Europa angreifen“ (Muammar Gaddafi in einem Telefonat mit Tony Blair am 25.02.2011)

Mit den Terroranschlägen von Paris und Istanbul sind die warnenden Worte des libyschen Revolutionsführers Gaddafi nun auch in Europa Wirklichkeit geworden.

 

Bezüglich Libyen ist seine düstere Prophezeiung längst übertroffen:

Wir wurden Zeuge der Vernichtung einer gesamten Gesellschaft. Das einstmals wohlhabendste Land Afrikas mit dem höchsten Human Development Index (HDI) des Kontinents ist Opfer von Banden sich bekriegender Milizen, Terroristen, Kriminellen und Parallelregierungen geworden. Ein Drittel der Bevölkerung ist in das Ausland geflohen, Hunderttausende sind innerhalb Libyens auf der Flucht. Islamisten kontrollieren weite Landesteile und der islamische Staat (ISIS) hat Libyen neben Irak und Syrien zu seinem dritten großen weltweitem Stützpunkt ausgebaut. Auf libyschen Boden ließ er christliche Flüchtlinge aus Äthiopien enthaupten, die es nicht in die Boote geschafft haben; Boote, die auch ein alle Grundsätze von Solidarität und Menschlichkeit vergessenes Europa um jeden Preis am Verlassen des libyschen Festlandes hindern will. Verzweifelte Menschen sollen in Libyen festgehalten werden, selbst um den Preis ihrer Auslieferung an den islamischen Staat (ISIS).

„Libyer werden sterben und die Mittelmeerregion, Europa und die ganze Welt werden geschädigt werden, diese bewaffneten Gruppen benutzen die Situation als eine Rechtfertigung“ (Muammar Gaddafi in einem Telefonat mit Tony Blair)

Europa der Egoisten

 

Jeder Terroranschlag wird die Stimmen der Populisten und Egoisten in Europa noch lauter werden lassen, die eine noch weitergehendere Abschottung Europas gegenüber dem durch Europa verursachten Leid in Nordafrika, Syrien und Irak fordern. Mit jedem Terroranschlag droht die zweite Viktimisierung der Millionen Menschen, die vor dem auch durch uns in ihren Heimatländern geschaffenem Terror und Krieg flüchten.

Wir dachten, Kriege konsequent auf den Boden anderer Länder verlagern zu können. Wir wollten Öl und Rohstoffe und waren bereit, andere Länder und Regionen in Schutt und Asche verfallen zu lassen, wenn es unseren Zielen diente. Aber von dem Terror, den wir durch die Destabilisierung einer ganzen Region im Bündnis mit Saudi-Arabien sähten und weiter sähen, wollen wir selbst bitte nichts abbekommen!

Als eine ganze Stadt in Libyen unter unseren Augen und unter dem schützenden Luftschirm von NATO-Staaten vom letzten schwarzen Säugling und Greis geleert wurde – Tawergha, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die von uns finanzierte militärische Opposition - wurde dies in Kauf genommen.

Jetzt, wo Hunderttausende Syrer gestorben sind, Millionen fliehen mussten und Menschen in Syrien den Hungertod sterben, bleiben wir dabei, dass der durch uns ermöglichte und finanzierte bewaffnete Kampf gegen Assad gerechtfertigt ist.

Wenn aber die gleichen islamistischen Kräfte, deren Aufstieg erst durch unsere Politik erfolgte, in Paris, Istanbul und demnächst sicherlich auch in Deutschland bomben, dann sind wir empört. Das stand offenbar nicht im Plan, dass eines Tages nicht nur die Menschen in Irak, Syrien, Libyen und Jemen durch Bomben und Raketen sterben würden, sondern es auch die eigenen Staatsbürger auf europäischem Boden betreffen könnte. Hätten wir auf Gaddafi gehört, wir hätten es wissen können. Nicht wir, Gaddafi hat Recht behalten!


Es drängen sich Fragen auf:

Wäre es nicht an der Zeit, die eigene Politik zu überdenken und zu korrigieren? Sollten wir nicht Verantwortung für das übernehmen, was wir angerichtet haben? Müssen wir nicht als Zeichen von Menschlichkeit und Umkehr in einer gemeinsamen, globalen Anstrengung, den Opfern unserer Politik -  gerade auch den Millionen Flüchtlingen - das Leben retten, sie aufnehmen und sie für das entschädigen, was sie durch uns verloren haben?

Aber was tun wir?

Wir fahren fort, andere Völker für unsere Fehler büßen zu lassen. Auf den Terror in Europa reagieren wir mit einer Perfektionierung der Abschottung gegenüber dem durch uns mit verursachtem Leid der anderen.

Wir überlassen Menschen ihrem tödlichen Schicksal und weisen sie an den Grenzen ab. Menschen sollen lieber im Meer sterben, als das sichere europäische Festland zu erreichen. So hat auch Angela Merkel den Deal mit der Türkei geschlossen, die sofort begann, Syrer und Iraker in den Krieg zurückzuschieben, einige gar direkt an der Grenze islamistischen Milizen übergab.

Wir wollen uns selbst vor den Früchten unserer eigenen Politik schützen und stürzen dabei Millionen Menschen und ganze Völker ins Verderben. So ist Europa heute längst im Geiste vereint mit unseren ärgsten Gegnern von al-Qaida und dem Islamischem Staat:  in gemeinsamer Menschenverachtung.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von hombre |

Dem ist zuzustimmen! Vielleicht darf man noch weitergehen und behaupten, dass die gemästete Arroganz der wohlhabenden Länder es gar nicht fassen konnte, dass es außerhalb ihrer tatsächlich nicht-elende Länder gibt und dass man jede Gelegenheit nutzt, um diese zu stören oder zu zerstören, wie z.B. die USA 1986 Libyien bombardierten.