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Eich Rücktritt: Meinungsterror oder notwendig?

(Kommentare: 6)

Brendan Eich erkennt nicht, dass die Gegnerschaft zur Homosexuellenehe homophob ist.

Brendan Eich war nur kurze Zeit Vorstandsvorsitzender der Internetkonzerns Mozilla. Obwohl seine Sachkompetenz als Entwickler von JAVA-Script und langjähriger Entwickler bei Firefox außer Frage stand, musste er zurücktreten. Grund war ein Sturm der Empörung, der sich durch das ganze Internet zog und mit Boykottaufforderungen einherging. Am bekanntesten wurde die Aufforderung des weltweit größten Dating-Anbieters OkCupid an seine Nutzer, nicht Firefox zu benutzen. Auch Mitarbeiter von Mozilla baten Eich, zurückzutreten.

 

Anlass des Sturms der Entrüstung war die Sachlage, dass Brendan Eich im Jahr 2008 einen Betrag von 1000 Dollar für die  Proposition 8 Kampagne spendete, einer Kampagne, die sich für eine Verfassungsänderung in Kalifornien stark machte, um homosexuellen Paaren die Ehe zu verwehren.

 

Eich und offenbar auch seine Mitstreiter bei Mozilla glaubten zunächst noch, den Sturm der Empörung durch ein unzweideutiges Bekenntnis für die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens begegnen zu können. Darüber hinaus stellte Mozilla - nicht aber Eich - klar, dass die Firma für die Gleichberechtigung schwuler und lesbischer Menschen und ihr Recht auf Eheschließung eintrete. Seinerseits verwies Brendan Eich auf das Recht, als Privatmann gesellschaftliche Meinungen zu vertreten. 

 

Nähere Einzelheiten zu seiner Position zu Fragen der Gleichberechtigung und der Eheschließung homosexueller Paare gab Eich nicht bekannt. Er gab auch keine Auskunft darüber, ob sich seine Position zur Homoehe möglicherweise seit 2008 verändern habe.

 

Hätte sich Eich dahingehend geäußert, hätte er erklärt, er sei 2008 gegen die gleichgeschlechtliche Ehe gewesen, habe aber seither seine Position verändert - Brendan Eich wäre heute noch Vorstandsvorsitzender von Mozilla. Mit einer solchen Meinungsänderung hätte er sich in illustrer Gesellschaft befunden, gemeinsam beispielsweise mit dem jetzigen Präsidenten der USA, Barak Obama, der wahrscheinlichen künftigen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und seit kurzem sogar dem damaligen Rechtsvertreter der Proposition 8 Kampagne Paul Sakuma. Weil Eich diesen Weg, eine Meinungsänderung darzulegen nicht wählte, wurde sein Rücktritt unumgänglich.

 

Es stellen sich Fragen:

 

Ist Eich homophob, weil er für die Kampagne der Gegner der Homosexuellenehe 2008 in Kalifornien einen Betrag von 1000 Dollar spendete und seine Meinung sich seither offenbar nicht geändert hat? Schließt sein Verhalten es aus, als Vorstandsvorsitzender eines international agierenden Internet-Konzerns tätig zu sein? War der Rücktritt von Eich angemessen, oder ist er als das Ergebnis eines Meinungsterrors zu bewerten, der das Recht auf freie Meinungsäußerung aushebelt? Hat sich gar eine neue politische Korrektheit mit totalitärem Charakter eingebürgert, deren Opfer Eich geworden ist?

 

Aus der zu vermutenden Perspektive von Eich und seinen Unterstützern erscheint die Ablehnung der Homosexuellen-Ehe als eine politische Meinung, wie jede andere Meinung auch. Menschen sind aber zu verschiedenen Meinungen berechtigt, was die Essenz der Demokratie ist. Der Begriff der Homophobie beschreibt demnach das Verhalten von Eich nicht korrekt, sondern erscheint als ein Kampfbegriff zur Diskreditierung des politischen Gegners. Der erzwungene Rücktritt von Eich lässt sich nach dieser Lesart als Ausdruck eines totalitären Meinungsterrors identifizieren, der nur im Namen von Menschenrechten und Gleichberechtigung auftritt.

 

Aus Perspektive der Eich-Gegner dürfte demgegenüber die Frage gestellt werden, ob ein Vorstandsvorsitzender Eich ebenfalls legitim wäre, wenn er sich nicht gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen, sondern beispielsweise gegen die Gleichberechtigung von Schwarzen oder Frauen ausgesprochen hätte? Demnach ist die Ablehnung der Gleichberechtigung Homosexueller Ausdruck von Homophobie, ebenso wie die Ablehnung der Gleichberechtigung von Schwarzen als Rassismus und die Ablehnung der Gleichberechtigung von Frauen als Sexismus bezeichnet werden. Gemäß dieser Logik setzt es also bereits Homophobie voraus, eine Meinung zu vertreten, die sich gegen die Gleichberechtigung von Homosexuellen wendet. Ebenso setze es eine rassistische Einstellung voraus, sich gegen die Gleichberechtigung von Schwarzen zu wenden, oder eine sexistische Einstellung, sich gegen die Gleichberechtigung von Frauen zu wenden.

 

Was aber unterscheidet eine legitime und mit allen gesellschaftlichen und beruflichen Positionen vereinbare Meinung von einer Meinung, die zwar nicht strafrechtlich, wohl aber gesellschaftlich zu sanktionieren ist?

 

Eine Antwort lässt sich geben, indem nach Verbindungen zwischen Rassismus, Sexismus und Homophobie gesucht wird:

 

Was haben Positionen also gemeinsam, die sich gegen die Gleichberechtigung von Menschen aller Rassen, Geschlechter und sexueller Orientierungen aussprechen? Inwiefern kann hieraus abgeleitet werden, dass diese Meinungen mit herausragenden beruflichen Positionen und anderen Formen gesellschaftlicher Anerkennung nicht vereinbar sein sollen, ohne dass der Vorwurf von Meinungsterror und totalitärer politischer Korrektheit erhoben werden könnte?

 

Die Gemeinsamkeit liegt in der Aussonderung einzelner Gruppen von Menschen aus allgemein dem Menschen zugesprochenen Rechten und Handlungsmöglichkeiten. Ein Rassist weigert sich, Menschen aller Rassen, die gleichen Rechte zuzuweisen. Ein Sexist weigert sich, Männern und Frauen die gleichen Rechte zuzuweisen. Ein Homophober weigert sich, homosexuellen Männer und Frauen die gleichen Rechte wie heterosexuellen Männern und Frauen zuzuweisen.

 

Gemeinsam fordern Rassisten, Sexisten und Homophobe keine allgemeine Erweiterung oder Einschränkung von Rechten, sondern sie wollen die Rechte und Handlungsmöglichkeiten nicht aller, aber einiger Menschen beschränken.

 

Aus dieser Perspektive lässt sich das Verhalten von Eich im Jahr 2008 folgendermaßen beschreiben:

 

Eich wandte sich dagegen, dass das Recht auf den staatlichen Schutz und die gesellschaftliche Anerkennung ihrer partnerschaftlichen Beziehungen auch Menschen zugesprochen wird, die in einer gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehung leben. Damit aber charakterisiert sich die Äußerung von Eich als eindeutig homophob.

 

Hätte Eich die Abschaffung der Ehe für alle gefordert, wäre dies eine zweifelsohne radikale, abr dennoch legitime Meinung gewesen. Niemand hätte deshalb sechs Jahre später seinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender von Mozilla gefordert.

 

Eich aber wollte nicht die Abschaffung der gesellschaftlichen Institution der Ehe für alle Menschen, sondern er wollte - bei voller Aufrechterhaltung der Ehe für alle anderen - spezifisch homosexuelle Paare von der Möglichkeit der Eheschließung ausschließen. Er wollte also spezifisch die Handlungmöglichkeit einer Gruppe von Menschen, nämlich homosexueller Menschen, zu ihrem Nachteil beschneiden. Dies ist objektiv betrachtet nichts anderes, als wenn Eich Schwarzen oder Weißen das Eherecht abgesprochen hätte.

 

Hat damit Eich also 2008 nichts anderes getan als irgendein Rassist, der für die Überlegenheit der weißen Rasse eintritt?

 

Es wäre unfair, diese Frage zu bejahen, weil das Handeln und Denken des Menschen in einen gesellschaftlich-historischen Kontext eingebunden ist. Dieser Kontext aber erlaubte es 2008 noch, sich gegen die Homoehe zu wenden, ohne dass dies notwendigerweise hätte als Ausdruck eines inakzeptablen homophoben Hasses gewertet werden müssen. Die Gesellschaft war 2008 in den USA nämlich noch als Ganzes so homophob, dass die Menschen es mehrheitlich nicht einmal als Homophobie wahrnahmen, Homosexuellen das Eherecht abzusprechen. 

 

Seither haben sich in den USA jedoch grundlegende Veränderungen ergeben, wobei mittlerweile eine Mehrheit der Bevölkerung sich für die Homosexuellenehe ausspricht. Gesellschaftlich ist in der Zwischenzeit erkannt worden, dass Homosexuelle in jeder Form volle und normale Menschen sind und dass es daher als Ausdruck von Homophobie abzulehnen ist, Homosexuelle von Heterosexuellen auszusondern und ihnen weniger Rechte zuzusprechen (siehe auch hier: Die Homosexuellen-Ehe ist eine Frage der Menschenrechte).

 

Spätestens nun wird deutlich, dass der Vorwurf der Homophobie gegen Eich berechtigt ist. Denn als aufmerksamer Beobachter der gesellschaftlichen Entwicklung hätte er die gesellschaftliche Entwicklung nachvollziehen und zu einer Position der Gleichberechtigung gelangen müssen. Dass er dies offenbar nicht getan hat, ist schwerlich anders zu erklären als mit Homophobie, woraus sich die Forderung an Mozilla ergab, ihn nicht anders zu behandeln als einen Rassisten oder Sexisten.

 

Resümee

 

Der Sturm der Entrüstung gegen Mozilla wegen der Ernennung von Eich zum Vorstandsvorsitzenden war kein Ausdruck von Meinungsterror oder totalitärer politischer Korrektheit, sondern ein notwendiger Protest zur Verteidigung der Menschenrechte homosexueller Männer und Frauen. Die Spende von Eich an die Kampagne Proposition 8 und vor allem die mangelnde Distanzierung durch Eich in der Zwischenzeit sind keine rein privaten Angelegenheiten, weil es sich um einen Angriff auf die Menschenrechte homosexueller Menschen handelte. Engagement gegen die Homosexuellenehe ist eine Menschenrechtsverletzung, die als gesellschaftlich nicht hinnehmbare Homophobie zu bewerten ist, auch wenn sie erlaubt ist. Homophobe erkennen diesen Angriff auf die Menschenrechte nur deshalb nicht, weil sie Homosexuelle nicht als vollwertige Menschen wahrnehmen.

 

Eich und seine Unterstützer hatten und haben das Recht, ihre Meinung zu vertreten. Sie müssen aber ihrerseits die Sachlage respektieren, dass zahlreiche Menschen eben diese Meinung als einen Ausdruck einer homophoben Menschenrechtsverletzung ansehen und sich entsprechend gegenüber Eich verhalten.

 

Wer homosexuellen Menschen das Recht auf Heirat absprechen möchte, der sollte sich seinerseits akzeptieren, wenn nicht nur Homosexuelle, sondern alle Menschen, die die Menschenrechte Homosexueller anerkennen, Menschen mit solchen Meinungen nicht in gesellschaftlich einflussreichen Positionen sehen möchten. Dies ist kein Ausdruck von Totalitarismus, sondern von Engagement für Freiheit, Menschenrechte und Demokratie, die letztlich umso mehr bedroht werden, desto häufiger einflussreiche Positionen von Personen besetzt werden, die anderen Personen-Gruppen ihre Menschenrechte absprechen wollen, egal ob aus rassistischen, sexistischen oder homophoben Gründen-

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Kommentar von Viktor Hogenkamp |

Herr Eich hat Geld gegeben damit seine Meinung unterstützt wird und er wurde wegen einer Meinung entlassen und VERFOLGT. Er hat nicht wirklich jemandem direkt aktiv geschadet. Insofern ist der Terror gegen ihn ganz klar ein Akt gegen die Meinungsfreiheit. Es gibt in Deutschland auch Gründe die Meinungsfreiheit einzuschränken wie z.B. Beleidigung und Volksverhetzung. Dies ist hier aber nicht der Fall gewesen. Die Entwicklung, die anscheinend global auftritt, daß es eine übergeordnete Moral gibt die über dem Gesetz steht und nach der Leute gerichtet werden dürfen höhlt unsere Zivilisationen aus und beschädigt ein wichtiges Gut einer Demokratie : Die Rechtssicherheit. Wenn die öffentliche Meinung über dem Recht steht so ist das einfach Hetze und Terror.
Wenn jemand juristisch nicht belangt werden kann dann soll er auch von niemanden belangt werden können. Und wenn die Öffentlichkeit der Meinung ist das Handeln von Jemanden ist trotzdem falsch soll sie darauf drängen dies juristisch umzusetzen und Instituionen wie die Medien und solche Seiten sollten so ein Verhalten nicht auch noch moralisch legitimieren.
Öffentlichen Druck zu legitimieren um einer öffentlichen Meinung das Recht zu geben über dem Gesetz zu stehen. Wie kann eine Menschenrechtsseite so etwas gutheissen ?
Zur Sache. Die Ehe war lange heterosexuellen Vorenthalten und begründen und sich rechtfertigen muss sich normal jemanden der eine Veränderung will. Die Ehe ist historisch eine Vorbedingung zur Familienbildung gewesen. Bedingung zur Legalität einer Ehe war im christlichen Ritus z.B. die "Annahme" möglicher Kinder. Auch die staatliche Form hatte eigentlich den Sinn Kinder zu fördern und diesen eine Lebensgrundlage zu geben. Die Förderung der Partnerschaft war eher sekundär wichtig.
Insofern war die homosexuelle Ehe in ihrer ursprünglichen Form per definitionem ausgeschlossen, in ihrer staatlichen Form sinnlos bzw zwecklos in Hinblick auf Familiengründung, denn zur einer Familie gehörten (eigene) Kinder.
Vielleicht hätte man einen neuen Namen und eine neue Form einer staatlich legitimierten und geförderten Lebensgemeinschaft finden sollen, die auf die neue Form der Lebensgemeinschaft passt. Die ursprüngliche "Ehe" und ihr Sinn wird durch homosexuelle Ehen eher ad absurdum geführt.

Kommentar von Team Menschenrechte.eu |

Die Ehe war niemals ausschließlich an Kinder gebunden. Es durften auch sehr alte Menschen heiraten, die keine Kinder mehr bekommen konnten. Im Übrigen geht es ja bei der Homosexuellen Ehe ebenfalls um Kinder, nämlich adoptierte Kinder. Es gibt keinerlei Grund, diese zu diskriminieren, weil ihre Eltern homosexuell sind. Ebenso wenig gibt es einen Grund, die Eltern zu diskriminieren, weil sie die Kinder adoptiert haben. Im übrigen interessiert die Geschichte nur begrenzt. Früher mag auch Sklaverei legitim gewesen sein, spricht das dagegen, diese jetzt zu verbieten? Menschen aufgrund ihrer homosexuellen Orientierung das Ehe- und Adoptionsrecht abzusprechen, ist eine Diskriminierung, die allerdings Homophobe nicht bemerken, weil sie ein entstelltes Bild homosexueller Menschen, Partnerschaften und Familien haben. Es gibt viele Dinge, die nicht verboten sind, die aber dennoch nicht akzeptabel sind. Es ist erlaubt, zu sagen, die Frau solle dem Mann dienen - aber wäre das für eine Position des Direktors eines weltweit umfassenden Internet-Konzerns drum akzeptabel? Wohl kaum. Es ist daher richtig und angemessen, dass Eich zurückgetreten ist.

Kommentar von Viktor Hogenkamp |

Sie drehen meine Worte im Mund rum. Ich habe niemals behauptet die Ehe war ausschließlich an Kinder gebunden. Der Zweck der Ehe war aber schon immer an die Gründung einer Familie gebunden und die Definition der Familie schliesst nunmal eigene Kinder mit ein. Wenn ich jemanden etwas nicht erlaube ist das nicht zwingend eine Diskrimierung sondern Verbote unterstehen auch Sachzwängen wie z.B. Reife und Kompetenz. Schon merkwürdig, daß jemand von Diskriminierung spricht und dann mal eben Leuten mit heterosexueller Orientierung pauschal Homophobie unterstellt. Das ist Diskriminierung. Wird eigentlich die eigene Widersprüchlichkeit nicht mehr erkannt ? Homosexuelle können auf homosexuellem Weg keine Kinder zeugen das ist keine Homophobie sondern Tatsache und liegt in der Natur der Sache. Insofern ist das Recht bzw. die Möglichkeit Kinder zu erziehen nicht selbstverständlich schon allein aus dem Grund weil es nicht die eigenen sind.
Man mag der Meinung sein, daß es Dinge gibt die verboten sein sollten aber es nicht sind. Dies ist Meinungsfreiheit. Aber die eigene Meinung auch gegen das geltende Gesetz mit Gewalt durchzusetzen. Das nennt man Terror. Ich werde diese Seite die ohnehin ja kaum frequentiert ist nicht mehr besuchen. Da fehlt einfach Neutralität gegenüber der Sache und es werden Positionen vertreten die mit dem Namen der Seite nicht vereinbar sind.

Kommentar von Team Menschenrechte.eu |

@ Viktor Hogenkamp

"Homosexuelle können auf homosexuellem Weg keine Kinder zeugen, das ist keine Homophobie sondern Tatsache und liegt in der Natur der Sache. Insofern ist das Recht bzw. die Möglichkeit Kinder zu erziehen nicht selbstverständlich schon allein aus dem Grund weil es nicht die eigenen sind." Nach dieser Logik müssten Sie heterosexuellen Menschen, die keine Kinder bekommen können, das Recht absprechen, adoptierte Kinder zu erziehen. Sie müssten nach dieser Logik diesen Menschen dann auch gleich noch das Recht zur Heirat absprechen. Nach unserer Meinung wäre dies eine Menschenrechtsverletzung, ebenso wie es eine Menschenrechtsverletzung ist, wenn Homosexuellen das Heiratsrecht abgesprochen wird. Richtig, wir sind nicht neutral, sondern auf Seite der Menschenrechte. Der Rücktritt von Eich hatte im übrigen weder etwas mit Gewalt noch mit Rechtsverstößen zu tun. Wo sehen Sie diese denn?

Kommentar von Viktor Hogenkamp |

Bei der Adoption handelt es sich ja auch nicht um ein Menschenrecht. Bei einer Adoption werden die Lebensumstände geprüft und ein dritter entscheidet, ob das Paar aufgrund bestimmter Kriterien ein Kind adoptieren kann/darf. Hier geht es nicht um ein Menschenrechte. menschrenrechte sind Rechte die jedem Menschen zustehen (sollten) und die einen vor der Willkür des Staates schützen sollen. Darum geht es aber bei einer Adoption nicht. Wer Adoption zum Grundrecht machen will verliert das eigentlich Ziel der Adoption aus dem Auge, nämlich da Wohl des Kindes. Heterosexuelle Paare haben auch kein Recht auf eine Adoption. Sie können diese nur beantragen. Vielleicht reden wir hier aneinander vorbei. Genauso ist es mit der Heirat. Das ist staatlich ein Verwaltungsakt und das als Menschenrecht zu propagieren.....
Der Rücktritt von Herrn Eich hat natürlich was mit Gewalt zu tun. Aufforderung zum Boykott einer Firma ist geschäftsschädigendes Verhalten und Erpressung. Wenn unzählige Mitarbeiter einem nahelegen zu kündigen dann ist das eindeutigerweise Mobbing und das ist auch strafbar und psychische Gewalt.

Kommentar von Manfred Michael Schwirske |

Menschenrecht ist eine Konvention unter vernünftigen Menschen. Solange kein Menschenrecht auft Eheschließung Homosexueller proklamiert wird, gibt es dieses nicht. Eine Ehe unter beliebigen Umständen ist keine Ehe, sondern ein Spiel der Willkür. Der Autor hat also kein Recht, dem Beschuldigten Homophobie zu unterstellen. Dies dennoch zu tun ist gewöhnliches Mobbing.